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Ultraviolettstrahlung
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Ultraviolettstrahlung, kurz UV, UV-Strahlung oder UV-Licht, ist elektromagnetische Strahlung im optischen Frequenzbereich (Licht) mit kĂŒrzeren WellenlĂ€ngen als das fĂŒr den Menschen sichtbare Licht. Jenseits der UV-Strahlung schließt die Röntgenstrahlung an. Die Farbwahrnehmung violett entsteht durch die kĂŒrzesten noch mit dem Auge wahrnehmbaren WellenlĂ€ngen. „Ultraviolett“ (lat. ultra jenseits)cite-ref-1[1] bedeutet „jenseits von Violett“, d. h. vergleichsweise höhere Lichtfrequenzen, die jenseits derjenigen des sichtbaren Spektrums liegen.

Contents

‱ Entdeckung
‱ Schwarzlicht
‱ Physik
‱ Chemie
‱ Biologie
‱ Analysen
‱ Lockmittel
‱ Literatur
‱ Weblinks

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Entdeckung

Die Entdeckung der UV-Strahlung folgte aus den ersten Experimenten mit der SchwĂ€rzung von Silbersalzen im Sonnenlicht. Im Jahr 1801 machte der deutsche Physiker Johann Wilhelm Ritter in Jena die Beobachtung, dass Strahlen gerade jenseits des violetten Endes im sichtbaren Spektrum im SchwĂ€rzen von Silberchloridpapier sehr effektiv waren. Er nannte die Strahlen zunĂ€chst „de-oxidierende Strahlen“, um ihre chemische Wirkungskraft zu betonen und sie von den infraroten „WĂ€rmestrahlen“ am anderen Ende des Spektrums zu unterscheiden. Nach ihrer Entdeckung wurde die Ultraviolettstrahlung zunĂ€chst als „chemische Strahlung“ bezeichnet. Mittlerweile werden die Bezeichnungen „Infrarotstrahlung“ und „Ultraviolettstrahlung“ verwendet, um die beiden Strahlungsarten zu charakterisieren.cite-ref-2[2]

Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die heilende Wirkung der kĂŒnstlichen UV-Strahlung entdeckt. So berichtete der österreichische Arzt Gustav Kaiser (1871–1954), der sich in WĂŒrzburg mit elektrotherapeutischen Studien beschĂ€ftigt hatte, in der Vollversammlung der Gesellschaft der Ärzte in Wien im Februar 1902 ĂŒber den Selbstversuch mit einer UV-GlĂŒhlampe, mit deren Hilfe er die Gesundung einer nicht heilen wollenden Wunde erreichte. Eine an Tuberkulose erkrankte Patientin soll nach dem vorliegenden Bericht mittels des „blauen Lichts“ in vier Wochen geheilt worden sein. Ermutigt durch diese Erfolge dehnte Kaiser seine Versuche mit einer Hohllinse auf Hautkrankheiten aus, wobei er ebenfalls gĂŒnstige Ergebnisse erzielte. Er zog daraus den Schluss, dass die UV-Strahlung keimtötend wirkt.cite-ref-3[3]

Spektrum und Bezeichnungen

| | WellenlÀngen [ 4 ] |
|---|---|
| UV-A | 380–315 nm |
| UV-B | 315–280 nm |
| UV-C | 280–100 nm |

Traditionell reicht der UV-Bereich von 380 bis 100 nm und wird mit Blick auf die Transmission atmosphĂ€rischer Gase in die Unterbereiche UV-A, UV-B und UV-C eingeteilt, siehe Tabelle. Die „unrunden“ Grenzen haben folgende Bedeutung: 380 nm ist die Empfindlichkeitsgrenze des menschlichen Auges. Ab etwa 315 nm absorbiert Ozon so stark, dass Strahlung mit dieser oder geringerer WellenlĂ€nge kaum noch durch die Ozonschicht dringt. Ab 280 nm reicht der normale, zweiatomige Sauerstoff fĂŒr die völlige Absorption innerhalb der AtmosphĂ€re. Ab etwa 200 nm wird die Absorption durch Sauerstoff so stark, dass sie auch auf laborĂŒblichen Distanzen stört; zudem setzt Photolyse und Ozonbildung ein. Dagegen hilft SpĂŒlen des Strahlengangs mit Schutzgas oder Evakuieren, worauf der Begriff Vakuum-Ultraviolett (VUV) fĂŒr diesen Bereich zurĂŒckgeht. Der UV-C-Bereich endet traditionell (und gemĂ€ĂŸ DIN 5031-7,cite-ref-5031-7-4-1[4] die zurĂŒckgezogen wurde) aufgrund experimenteller Probleme (Transmission refraktiver Optiken) etwas willkĂŒrlich bei 100 nm. Licht dieser WellenlĂ€nge wird bereits in der IonosphĂ€re absorbiert.

FĂŒr die Anwendung oberhalb der Ozonschicht, also fĂŒr die Aeronomie und die Astronomie hat die Einteilung in UV-A, -B und -C keine Relevanz. Hier unterscheidet man nahes (NUV), mittleres (MUV), fernes (FUV) und extremes UV (EUV) zwischen den Grenzen 400, 300, 200, 100 und 10 nm.cite-ref-5[5]cite-ref-iso21348-6-0[6] Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) lĂ€sst den UV-Bereich schon bei 400 nm beginnen.cite-ref-7[7]

Schwarzlicht

Schwarzlicht ist die umgangssprachliche Bezeichnung fĂŒr UV-A-Strahlung im WellenlĂ€ngenbereich zwischen 315 nm bis 400 nm.cite-ref-bfsuv1-8-0[8] Als Quelle fĂŒr Schwarzlicht dienen unter anderem Leuchtstofflampen, die mit speziellen Leuchtstoffen ausgerĂŒstet sind, um Ultraviolettstrahlung bei 350 nm oder 370 nm mit nur geringem Anteil an sichtbarem Licht abzugeben und kurzwellige UV-B und UV-C Strahlung unterdrĂŒcken. Mit der VerfĂŒgbarkeit von blauen Leuchtdioden kamen auch UV-Leuchtdioden (LED) auf, basierend auf Verbindungshalbleitern wie Aluminiumnitrid oder Aluminiumgalliumnitrid. Übliche WellenlĂ€ngen fĂŒr handelsĂŒbliche Schwarzlicht-LEDs sind 365 nm und 395 nm. Letztere WellenlĂ€nge ist spektral schon nahe am sichtbaren Spektrum und zeigt daher nur geringe fluoreszierende Effekte. Aluminiumgalliumnitrid stellt eine Legierung von Aluminiumnitrid mit Galliumnitrid dar und erlaubt es, ĂŒber das MischungsverhĂ€ltnis dieser beiden Substanzen die konkrete WellenlĂ€nge im Ultraviolettbereich im Rahmen des Herstellungsprozesses der UV-LED auf weiteren WellenlĂ€ngen einzustellen. Bei UV-LEDs werden keine speziellen Leuchtstoffe oder Farbfilter eingesetzt. Schwarzlicht kann weiters, mit schlechtem Wirkungsgrad, auch durch GlĂŒhlampen mit einem das sichtbare Licht absorbierenden Glaskolben mit Nickeloxidschicht erzeugt werden.

„Schwarzlicht“ wird oft fĂŒr Showeffekte in abgedunkelten RĂ€umen eingesetzt, wie Diskotheken, bei Zauberveranstaltungen oder auch fĂŒr Schwarzlichttheater. Die Strahlung regt fluoreszierende Stoffe wie z. B. Chinin im Tonic Water zum Leuchten an, und da helles Licht vermieden wird, wirken sich diese Leuchteffekte bei Papieren, Textilien, kĂŒnstlichen ZĂ€hnen und anderen Materialien mit optischen Aufhellern besonders aus.

Anwendungen sind ebenfalls das Sichtbarmachen von Sicherheitsmerkmalen auf Dokumenten, wie Ausweispapieren oder Fahrscheinen, die EchtheitsprĂŒfung von Zahlungsmitteln und die „Neon-Stempel“ am HandrĂŒcken als „Eintrittskarte“ in ein Konzert oder als EigentĂŒmermarkierung auf einem Kunstobjekt (gegen Diebstahl). Weiters kann Schwarzlicht zur Sichtbarmachung von Urinflecken eingesetzt werden und zur Visualisierung von mit Fluoreszenzfarbstoffen markierten Substanzen zur Kontrolle von HĂ€ndehygienemaßnahmen.

Beim Umgang mit Schwarzlichtlampen sind die Sicherheitshinweise zu beachten. Generell werden die Risiken fĂŒr Augen und Haut dann als gering eingeschĂ€tzt, wenn man die Produkte wie vorgesehen benutzt und sich an die Bestimmungen zum Gebrauch der Lichtquelle hĂ€lt. Dennoch sollten lĂ€ngere direkte Blicke aus kurzer Distanz in die UV-A-Quelle vermieden werden.cite-ref-9[9] Beim hĂ€ufigen Umgang mit Schwarzlichtquellen, z. B. in der MaterialprĂŒfung, sind Expositionsgrenzwerte fĂŒr UV-Strahlung gemĂ€ĂŸ der Verordnung zum Schutz der BeschĂ€ftigten vor GefĂ€hrdungen durch kĂŒnstliche optische Strahlung (OStrV) zu beachten. Gegebenenfalls sind geeignete optische Schutzbrillen oder Schutzhandschuhe zu tragen.

Ultraviolettstrahlungsquellen

Bei thermischer Strahlung wird der Anteil der UV-Strahlung durch das Plancksche Strahlungsgesetz und das Wiensche Verschiebungsgesetz bestimmt. Durch angeregte Elektronen kann UV-Strahlung generiert werden, wenn deren Energie oberhalb 3,3 eV liegt. Gleiches ist bei der Temperatur der GlĂŒhwendeln von GlĂŒhlampen in geringem Maße gegeben, weshalb insbesondere Halogen-GlĂŒhlampen auch etwas Ultraviolettstrahlung aussenden.

NatĂŒrliche Quellen

Ultraviolettstrahlung ist im kurzwelligen Anteil der Sonnenstrahlung enthalten. Wegen der Absorption in der ErdatmosphÀre (besonders in der Ozonschicht) dringt UV-A- und wenig UV-B-Strahlung mit einer WellenlÀnge oberhalb 300 nm bis zur ErdoberflÀche vor und ist dort messbar (siehe Solares UV-Messnetz). Bestimmte Gase, insbesondere FCKW, wirken durch das Sonnen-UV auf die Ozonbindung und verschieben das Gleichgewicht in der Ozonschicht, das Ergebnis ist das Ozonloch, wobei die UV-B-Exposition der ErdoberflÀche zunimmt.

Auch andere kosmische Objekte wie Pulsare, hochangeregte Gasmassen sowie die meisten Fixsterne senden UV-Strahlung aus. Weiterhin enthĂ€lt Polarlicht eine Ultraviolettstrahlung. NatĂŒrliche irdische Ultraviolettquellen sind Gewitterblitze und Elmsfeuer.

KĂŒnstliche Quellen

Ultraviolettstrahlung entsteht in folgenden kĂŒnstlichen Quellen:

‱ Quecksilberdampflampen: Mittel-, Hoch- und -Höchstdrucklampen

‱ zum AushĂ€rten von Harzen, Klebern und Lacken,
‱ Tauchstrahler mit UV-C zur Desinfektion von Trink- und Badewasser
‱ in der Höhensonne, eine Quecksilberdampf-Hochdrucklampe, die frĂŒher hĂ€ufig zur Therapie von Akne und Rachitis sowie zur GesichtsbrĂ€unung verwendet wurde

‱ Quarzlampen (Quecksilberdampf-Niederdruck-Lampen)

‱ in Solarien (UV-A, BrĂ€unung, gesundheitlich jedoch umstritten aufgrund möglicher HautschĂ€digung),
‱ frĂŒher zur EPROM-Löschung
‱ zur Desinfektion in KrankenhĂ€usern

‱ Leuchtstofflampen fĂŒr UV-A

‱ fĂŒr Deko-Zwecke, Disco,
‱ mineralogische Untersuchungen,
‱ Geldscheinkontrolle mit einem UV-PrĂŒfgerĂ€t. Hierbei wird der sichtbare Anteil der Strahlung ausgefiltert, so dass nur die durch UV hervorgerufenen Fluoreszenz-Effekte sichtbar sind


‱ zur Fotolithografie
‱ zur photorefraktiven Keratektomie (und sonstiger Materialbearbeitung)

‱ UV-Leuchtdioden und UV-Diodenlaser
‱ UV-Kaltkathodenröhren (UV-CCL)

Es gibt weitere kĂŒnstliche Quellen, bei denen die Ultraviolett-Emission jedoch zweitrangig ist:

‱ Gasentladungslampen (auch Tageslichtlampen und Vollspektrumröhren; hierbei ist die UV-Emission von Tageslichtlampen gesundheitlich unbedenklich und erwĂŒnscht)
‱ alle Prozesse, bei denen ionisierte Gase oder sehr hohe Temperaturen auftreten (beispielsweise Laser-Materialbearbeitung, Ionenquellen, Funkenstrecken)
‱ in geringem Maße Halogen-GlĂŒhlampen ohne Schutzglas

Intensive UV-Quellen

‱ Das Lichtbogenschweißen ist eine intensive Ultraviolettquelle, so dass Schweißer und umstehende Personen Augen und Haut schĂŒtzen mĂŒssen.
‱ Raumfahrt: Intensives UV-B und UV-C erfordern besondere Materialien, besonders fĂŒr die RaumanzĂŒge und deren Visiere zum Außeneinsatz. Außerhalb des „UV-Filters“ der ErdatmosphĂ€re befindliche Solarzellen werden geschĂ€digt und haben eine geringere Lebensdauer als auf der Erde.
‱ Bei der Laser- und Elektronenstrahl-Bearbeitung muss hinsichtlich des Arbeitsschutzes die UV-Emission beachtet werden.

Wechselwirkung

Ultraviolettstrahlung wird vom menschlichen Auge nicht wahrgenommen, da sie schon vorher komplett von der Augenlinse absorbiert wird. Dabei ist der Übergang von Violett zu Ultraviolett individuell bedingt fließend. Patienten, die nach UnfĂ€llen oder chirurgischen Eingriffen ihre Linsen verloren hatten, beschrieben Ultraviolettstrahlung als weißliches, „milchiges“ Blau-Violett. Die absorbierende Linse schĂŒtzt wahrscheinlich die Netzhaut vor SchĂ€den, da andernfalls der relativ lang lebende Mensch erblinden könnte. Eine auffĂ€llige Änderung der Wahrnehmung im Grenzbereich Violett/UV kann nach dem Linsentausch im Ergebnis der Operation am Grauen Star der Linse durch eine Intraokularlinse bemerkt werden. Auch scheint es einen Zusammenhang mit der SehschĂ€rfe zu geben: Tierarten, deren Linsen weniger Ultraviolettstrahlung durchdringen lassen, sehen schĂ€rfer und genauer.cite-ref-orf2014-10-0[10] Manche Tiere (Insekten, Vögel, Fische, Reptilien) können sie teilweise wahrnehmen. Nach Untersuchungen von 2014 lassen die Linsen von deutlich mehr Tieren als bislang angenommen Ultraviolettstrahlung durch, auch jene von Hund und Katze. Ob sie wirklich Ultraviolettstrahlung sehen können, muss in weiteren Untersuchungen erforscht werden.cite-ref-orf2014-10-1[10]

Unterhalb einer WellenlĂ€nge von 200 nm ist die Energie eines Strahlungsquants ausreichend hoch, um Elektronen aus Atomen oder MolekĂŒlen zu lösen, also zu ionisieren. Wie bei Gamma- und Röntgenstrahlung wird daher kurzwellige Ultraviolettstrahlung unterhalb 200 nm als ionisierende Strahlung bezeichnet.

Physik

Quarzglas (Kieselglas) ist fĂŒr den gesamten auf der ErdoberflĂ€che natĂŒrlich von der Sonne kommenden UV-Bereich bis etwa 250 nm transparent. Normales Glas (Natron-Kalk-Glas), insbesondere das gewöhnliche Fensterglas, lĂ€sst Ultraviolettstrahlung unterhalb von 320 nm nicht durch, d. h. UV-C und UV-B werden weitestgehend blockiert. FĂŒr UV-A ist Fensterglas durchlĂ€ssig. Borosilikatglas (wie Jenaer Glas) lĂ€sst UV-Strahlung bis etwa 290 nm passieren, hochborhaltige BorosilikatglĂ€ser die UV-Strahlung bis etwa 180 nm. Strahlung unterhalb von 290 nm transmittiert durch natĂŒrliche oder synthetische Quarzkristalle. Im UV-C Bereich zwischen 100 nm und 250 nm sind Quarzglas aus synthetischem Siliziumdioxid und manche BorosilikatglĂ€ser transparent.cite-ref-11[11] Andererseits transmittieren natĂŒrlicher Quarz und gewöhnliches Kieselglas durch ihren Titangehalt keine UV-Strahlung unterhalb von 200 nm, deshalb wird fĂŒr die EntladungsgefĂ€ĂŸe von UV-Lampen, die solch kurze WellenlĂ€ngen generieren sollen, hochreines Quarzglas aus synthetischem Siliziumdioxid verwendet. Anwendungen fĂŒr dieses Glas sind die Fotolithografie und die Aufbereitung hochreinen Wassers, wo Ultraviolettstrahlung zur Oxidation der gelösten organischen Kohlenstoffverbindungen genutzt wird. Andere Einsatzzwecke sind optische Elemente fĂŒr die ArF-Excimerlaser-WellenlĂ€nge (193 nm). Allerdings trĂŒbt kurzwelliges Ultraviolettlicht hoher IntensitĂ€t GlĂ€ser und optische Komponenten. An Optiken (beispielsweise fĂŒr Excimerlaser) werden daher hohe Reinheitsanforderungen gestellt.

FĂŒr kĂŒrzere WellenlĂ€ngen (bis zu 45 nm) wird fĂŒr Linsen, Prismen oder Fenster einkristallines Kalziumfluorid verwendet.

Ultraviolettlicht ist auf Grund der kurzen WellenlĂ€nge oft AnregungswellenlĂ€nge fĂŒr Fluoreszenz im sichtbaren Bereich. Die UV-angeregte Fluoreszenzstrahlung kann aber selbst im Ultraviolettbereich liegen. Der Ă€ußere Photoeffekt tritt bei Ultraviolett an allen MetalloberflĂ€chen auf. Er wird in Photomultipliern an Szintillationsdetektoren zur Registrierung ultravioletter Strahlungsimpulse genutzt (Neutrinodetektor, Nachweis und Klassifizierung ionisierender Strahlung).

Chemie

UV-Strahlung vermag organische Bindungen zu spalten. Dadurch ist sie durch Zerstörung biogener Substanz lebensfeindlich. Andere biologische Prozesse (z. B. Vitamin-D-Synthese bei Menschen) benötigen jedoch UV-Strahlung, sodass eine gĂ€nzliche Vermeidung ebenfalls schĂ€dlich wĂ€re. Viele Kunststoffe werden durch Ultraviolettstrahlung durch TrĂŒbung, Versprödung, Zerfall geschĂ€digt. Dies kann neben der offenkundigen SchĂ€dlichkeit fĂŒr UV-exponierte PlastikgegenstĂ€nde (z. B. GartenstĂŒhle) aber auch gewĂŒnscht sein, um die biologische Abbaubarkeit von Plastik zu vergrĂ¶ĂŸern oder ĂŒberhaupt zu ermöglichen. Technisch kann durch energiereiche UV-Strahlung die Vernetzung von Monomeren initiiert werden, um spezielle Polymere herzustellen (Photopolymerisation).cite-ref-12[12]

Eine besondere Bedeutung spielt die Spaltung von SauerstoffmolekĂŒlen durch kurzwellige UV-Strahlung unterhalb 200 nm in atomaren Sauerstoff. Die Rekombination fĂŒhrt zur Bildung von Ozon – einem aufgrund dessen Geruchs charakteristischen Merkmal der Wechselwirkung von UV-Strahlung mit Luft. Eine Vielzahl anderer Folgereaktionen findet bei diesen Prozessen statt, wie sie sich in der Ozonschicht abspielen. Mit diesen VorgĂ€ngen in der Ozonschicht wird durch Absorption die ErdoberflĂ€che vor harter (kurzwelliger) UV-Strahlung der Sonne geschĂŒtzt, wodurch SchĂ€den an biologischem Material – auch am Menschen – verhindert werden und so das Leben auf dem Land ermöglicht wurde.

Biologie

Obwohl die Ultraviolettstrahlung die niedrigstenergetische der ionisierenden Strahlungen ist, kann sie fĂŒr den Menschen und andere Organismen gefĂ€hrlich sein. UV-Strahlung mit grĂ¶ĂŸerer WellenlĂ€nge vermag bereits chemische Bindungen organischer MolekĂŒle zu zerstören. Es ist daher Vorsicht im Sonnenlicht (Sonnenschutz) und bei technischen UV-Quellen angebracht. Der ĂŒbermĂ€ĂŸige Besuch von Solarien bleibt umstritten.

Die Wirkung der UV-Strahlung lÀsst sich in verschiedene Bereiche einteilen:

| Bereich | WellenlÀnge [ 4 ] | Biologische Wirkung |
|---|---|---|
| UV-A | 315–380 nm | Lange UV-Wellen mit fĂŒrs UV geringerer Energie haben eine grĂ¶ĂŸere Eindringtiefe in streuendes biologisches Gewebe und gelangen bis zur Lederhaut : direkte Pigmentierung ( KonformationsĂ€nderung des Melanins ) – nur Stunden anhaltende, kurzfristige BrĂ€une, kaum Lichtschutz erzeugend; SchĂ€digung der Kollagene – die Haut verliert Spannkraft und altert frĂŒhzeitig; Melanomrisiko durch Bildung freier Radikale ; gering erythem (kaum Sonnenbrand erzeugend). |
| UV-B | 280–315 nm | Kurzwellig, energiereich, wird in biologischem Gewebe stĂ€rker gestreut: bewirkt in der Oberhaut um 72 Stunden verzögert Bildung von Melanin – indirekte Pigmentierung , verzögerte , langfristige BrĂ€unung (siehe unter Hautfarbe ) mit echtem Lichtschutz ; dringt weniger tief ein als UV-A, aber mit stark erythemem Effekt ( Sonnenbrand ); fĂŒhrt zur Bildung des anti- rachitischen Cholecalciferol (Vitamin D 3 ) in der Haut. Nach 2008 veröffentlichten epidemiologischen Untersuchungen kann die Vitamin-D-Produktion durch UV-B vorbeugend gegen viele Krebsformen sein. Bis 2014 liegen keine randomisierten, kontrollierten Studien darĂŒber vor, die mit der geographischen Breite variierende Krebsinzidenz korrelieren, es gibt jedoch epidemiologische Hinweise auf eine Korrelation. [ 13 ] [ 14 ] UV-B-Strahlen besitzen die stĂ€rkste kanzerogene Wirkung fĂŒr die Entstehung von Basalzellkarzinomen und Plattenepithelkarzinomen . [ 15 ] |
| UV-C | 100–280 nm | Sehr kurzwellig, sehr energiereich, wird in biologischem Gewebe stark gestreut: gelangt nicht bis zur ErdoberflĂ€che, Absorption durch die obersten Luftschichten der ErdatmosphĂ€re, selbst im Bereich des Ozonlochs; unterhalb etwa 242 nm durch Photolyse des Luftsauerstoffs ozon ­generierend; dringt aufgrund der mit kĂŒrzerer WellenlĂ€nge zunehmenden Streuung nicht sehr tief in die Haut ein. UV-C-Strahlung (vor allem die bei niedrigem Dampfdruck, mit hoher Ausbeute (30–40 % der angelegten elektrischen Leistung) anregbare Emissionslinie des Quecksilberdampfs bei 253,652 nm) findet in der physikalischen Entkeimungstechnik eine technische Anwendung (siehe auch Quecksilberdampflampen ). WĂ€hrend bei 280 nm (Absorptionsmaximum der meisten Proteine ) die darin eingebaute AminosĂ€ure Tryptophan die ultraviolette Strahlung absorbiert, werden bei 265 nm NukleinsĂ€uren am stĂ€rksten geschĂ€digt. Bei etwa 245 nm absorbieren vor allem die NukleinsĂ€uren, wĂ€hrend Proteine hier ein relatives Absorptionsminimum zwischen dem Absorptionsmaximum um 280 nm durch aromatische AminosĂ€uren ( Tryptophan , Tyrosin und Phenylalanin ) und der Absorption durch die Peptidbindung zwischen den einzelnen AminosĂ€uren (Maximum bei etwa 220 nm) zeigen. Daher ist bei 253,7 nm (PrimĂ€rstrahlung der Niederdruck-Quecksilberdampfentladung) auch die Bestrahlung von Proteinlösungen (etwa Tierseren fĂŒr die Zellkultur) zur Inaktivierung darin enthaltener Viren und Bakterien möglich. [ 16 ] [ 17 ] |

UV-Strahlung mit WellenlĂ€ngen unter 100 nm kommt im Sonnenlicht nur mit sehr geringer IntensitĂ€t vor. Die SchĂ€digung hĂ€ngt nicht nur von der Energie der UV-Strahlung ab, sondern auch von der Eindringtiefe und der Zeit der Bestrahlung des Gewebes. Beispielsweise wird UV-C-Strahlung bei 253,7 nm durch verhornte Haut praktisch schon an der OberflĂ€che vollstĂ€ndig absorbiert und ist daher weniger effektiv bei der SchĂ€digung tieferliegender Zellschichten als UV-B-Strahlung, die schwĂ€cher absorbiert wird und bis in diese eindringt. Ein durch eine UV-C-Lampe versehentlich hervorgerufener Sonnenbrand klingt daher schon innerhalb eines Folgetages vollstĂ€ndig ab, die Hornhaut des Auges wird hingegen nachhaltig getrĂŒbt.

Der menschliche Körper ist an die natĂŒrlichen Strahlenbelastungen adaptiert (Hauttyp) oder kann auf die Strahlenbelastung in einem geringen Rahmen durch Schutzmechanismen reagieren (BrĂ€unung, Verdickung) die primĂ€r durch UV-B-Strahlung ausgelöst werden. Aufgrund der Reaktionszeit der Reparatur- und Schutzmechanismen ist eine langsame Steigerung der BestrahlungsstĂ€rke und Dosis entscheidend fĂŒr die Balance zwischen Nutzen und GefĂ€hrdung. Konkret werden Expositionen von Erwachsenen mit natĂŒrlicher Sonneneinstrahlung je nach Tages-, Jahreszeit und Lage (geographische Breite, Meereshöhe) und Umgebung (reflektierende FlĂ€chen, Sand, Schnee) im Bereich von 10–60 min pro Tag als gesundheitsfördernd, darĂŒber aber als gesundheitsschĂ€digend eingestuft. Bei Jugendlichen, Kranken und unterschiedlichen Hauttypen gibt es jedoch starke Abweichungen.

Besondere Vorsicht ist bei Exposition der Augen geboten. Ultraviolett fĂŒhrt zu BindehautentzĂŒndung und TrĂŒbung der Hornhaut. Beim Lichtbogenhandschweißen ist eine „Schweißblende“ wegen der kurzwelligen UV-Strahlung vorgeschrieben. Durch Lichtbögen und auch Funkenstrecken entsteht ein breites Spektrum intensiver UV-Strahlung, das bei ungeschĂŒtzter Anwendung (offen liegende Körperteile) bereits nach wenigen Minuten eine Verbrennung der Haut Ă€hnlich einem Sonnenbrand verursacht. Die Haut fĂŒhlt sich dabei „trocken“ an und fĂ€ngt an zu „spannen“. Es treten Verbrennungen 1. Grades (Rötung) bis 2. Grades (Blasenbildung) auf.

LangzeitschĂ€den wie Hautalterung, Hautkrebs oder Katarakt können auch auftreten, wenn die Erythemschwelle zwar nicht ĂŒberschritten wird, die Bestrahlung aber hĂ€ufig erfolgt. Haut und Augen registrieren jede UV-Strahlung und nicht nur diejenige, die ĂŒber der Erythemschwelle liegt.

DNA-SchĂ€den entstehen durch UV-Strahlung, wenn sich zwei benachbarte Thyminbasen kovalent miteinander verbinden, sodass sie ein Thymindimer bilden. Diese behindern die Replikation oder fĂŒhren zu Mutationen. Mittels des Enzyms Photolyase und Licht können diese Dimere wieder gespalten und so die DNA repariert werden. Bei allen Plazentatieren, so auch dem Menschen, wurde die Funktion der Photolyase im Laufe der Evolution durch das Nukleotid-Exzisions-Reparatursystem (NER) ĂŒbernommen.cite-ref-18[18] Bei Kindern, die an der Krankheit Xeroderma pigmentosum leiden, liegt ein Defekt der Reparaturenzyme des NER vor. Das hat eine absolute UnvertrĂ€glichkeit natĂŒrlicher Sonnenstrahlung zur Folge („Mondscheinkinder“). Die Patienten entwickeln unter Exposition von natĂŒrlicher UV-Strahlung deutlich schneller maligne Hauttumore als Menschen ohne vergleichbare Enzymdefekte.

UV-B-Strahlung wurde frĂŒher auch Dorno-Strahlung genannt, nach Carl Dorno, der diese intensiv untersuchte. Sie bewirkt die photochemische Bildung des anti-rachitischen Calciferol (Vitamin D3) in der Haut.

Der UV-Index ist eine international festgelegte MessgrĂ¶ĂŸe. Er beschreibt die sonnenbrandwirksame solare BestrahlungsstĂ€rke. In der Vorhersage und Warnung wird der UV-Index als maximal zu erwartender UV-Index (max. UVI) angegeben. Er variiert abhĂ€ngig von geographischer Lage, geografischer Höhe, sowie von Jahreszeit und Wetterlage.

Weitere mögliche SchÀdigungen von organischem Material durch UV-Strahlung sind:

‱ Hohe UV-Einstrahlung kann zu einer Reaktivierung von Herpes labialis fĂŒhren.
‱ Zerstörung von Vegetation: Im UV-C-Bereich haben Pflanzen fast keinen Schutz. BlĂ€tter werden bei Bestrahlung in diesem Bereich schwer beschĂ€digt oder abgetötet. Letzteres kann auch zum Absterben der gesamten Pflanze fĂŒhren. UV-A und UV-B wird von Pflanzen unterschiedlich vertragen, hohe IntensitĂ€ten fĂŒhren zum Absterben, an UV-A können sich Landpflanzen „gewöhnen“.
‱ Ultraviolette Strahlung erzeugt aus VorlĂ€ufersubstanzen (vorzugsweise Abgase) bei hoher Sonneneinstrahlung auch bodennah Ozon, welches im Smog lungenschĂ€digend und pflanzenschĂ€digend wirkt.
‱ SchĂ€digung von Kunststoffen, Farbpigmenten und Lacken. Organische Farben bleichen aus, Kunststoff trĂŒbt sich ein und wird spröde (Beispiel: Zerfall von Polyethylen-Folie bereits bei Tageslichteinfluss, Versprödung und VerfĂ€rbung von Kunststoffen in Leuchten fĂŒr Gasentladungslampen). Ein Schutz ist durch resistente Pigmente oder geeignete Materialwahl möglich.

Anwendungen

| Bezeichnung | WellenlÀnge | Frequenz | Photonen - Energie | Erzeugung / Anregung | Technischer Einsatz |
|---|---|---|---|---|---|
| UV-Strahlen | 0 10
380 nm | > 789 THz | > 5,2 · 10 −19 J > 3,3 eV | | Desinfektion , Spektroskopie |
| | 200
380 nm | > 789 THz | > 5,2 · 10 −19 J > 3,3 eV | Gasentladung , Synchrotron , Excimerlaser | Schwarzlicht Fluoreszenz , Phosphoreszenz , PrĂŒfung von Geldscheinen , Fotolithografie |
| | 0 50
200 nm | > 1,5 PHz | > 9,9 · 10 −19 J > 6,2 eV | Gasentladung , Synchrotron , Excimerlaser | Fotolithografie |
| XUV | 0 10
 0 50 nm | 6
30 PHz | 2,0 · 10 −17 
5,0 · 10 −18 J 20
100 eV | XUV-Röhre, Synchrotron | EUV-Lithografie , Röntgenmikroskopie , Nanoskopie |

Fluoreszenzanregung

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Hauptartikel

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Fluoreszenz

Optische Aufheller

Den natĂŒrlichen UV-Anteil des Tageslichts macht man sich bei Waschmittel zunutze, indem ihm optische Aufheller hinzugefĂŒgt werden. Diese lassen durch Kalkablagerungen vergrautecite-ref-thm-19-0[19] oder vergilbtecite-ref-thm-19-1[19] Textilien „weißer als weiß“ erscheinen, weil sie das UV-Licht in sichtbares blaues Licht umwandeln, das als Mischfarbe mit der Vergilbung der Textilien Weiß ergibtcite-ref-thm-19-2[19]. ZusĂ€tzlich wird mehr sichtbares Licht ausgesendet als bei einem normal reflektierenden Objekt.

Erzeugung von Weißlicht

Ultraviolett ist die primĂ€re Emission in Leuchtstofflampen, effizienten weißen Lichtquellen, in denen die Ultraviolett-Emission einer Gasentladung von Quecksilberdampf zur Anregung von im sichtbaren Spektralbereich fluoreszierenden Leuchtstoffen genutzt wird.

Auch andere Gasentladungslampen enthalten manchmal Leuchtstoffe, um die Farbwiedergabe zu verbessern, indem diese mit dem Ultraviolett-Strahlungsanteil der Entladung angeregt werden. Von sog. Tageslichtlampen und Vollspektrumröhren (u. Ă€. Bezeichnungen, herstellerabhĂ€ngig) wird ein dem Sonnenlicht möglichst Ă€hnliches Lichtspektrum inkl. UV und Infrarot abgegeben, um eine natĂŒrliche Beleuchtung zu ermöglichen (insbes. in InnenrĂ€umen, siehe auch Ergonomie); hierbei ist die Menge der UV-Emission gesundheitlich unbedenklich.

Leuchtdioden (LED), die fĂŒr den Menschen weiß erscheinendes Licht abstrahlen, benutzen eine blau strahlende Leuchtdiode im Inneren, bestehend aus Materialien wie Indiumgalliumnitrid oder Galliumnitrid. Leuchtdioden, welche UV-Strahlung abgeben, bestehen aus Aluminiumnitrid oder Aluminiumgalliumnitrid und werden ohne Leuchtstoffbeschichtung als direkte UV-Strahlungsquelle eingesetzt. UV-LEDs sind bis zu WellenlĂ€ngen knapp unter 250 nm realisierbar.

Biologische Analysen

Einige Farbstoffe, wie das in den Biowissenschaften verwendete DAPI, werden von UV-Strahlung angeregt und emittieren ein lĂ€ngerwelliges, meist sichtbares Licht. Fluoreszierende Stoffe finden damit unter anderem Anwendung beim Markieren von biologischen MolekĂŒlen (z. B. die DNS), um ihr Verhalten in biologischen Systemen zu beobachten.cite-ref-20[20]

In der Forensik wird die Fluoreszenz von Blut und Sperma zur Sichtbarmachung von Opfer- oder TĂ€terspuren eingesetzt.cite-ref-21[21]cite-ref-22[22] Diese Methode wird bei der AufklĂ€rung von KriminalfĂ€llen eingesetzt, wenn biologische Spuren (Blut, Sperma, Speichel) an WĂ€nden oder in Textilien nachgewiesen werden sollen. In der Medizin wird die Fluoreszenz von organischen Stoffen ebenfalls genutzt. So können Pigmentstörungen der Haut mit Hilfe von UV-Strahlern („Wood-Lampe“) besser sichtbar gemacht werden. Auch bestimmte Hautkeime (Corynebacterium minutissimum) werden mittels dieser Diagnoseleuchten durch die Auslösung einer rötlichen Fluoreszenz (Porphyrinbildung) sichtbar.

Eine andere Anwendung ist die Herkunftsanalyse von HĂŒhnereiern. Dabei wird ausgenutzt, dass das Abrollen charakteristische Spuren auf der HĂŒhnereierschale hinterlĂ€sst, die sich mithilfe von Fluoreszenz nachweisen lassen. Auf diese Weise kann geprĂŒft werden, ob es sich um Eier aus Bodenhaltung oder aus Legebatterien handelt.

Analysen

Da es sich bei UV-Licht um eine elektromagnetische Welle handelt, kann fĂŒr dieses Licht auch eine optische Spektroskopie durchgefĂŒhrt werden. Zu nennen wĂ€ren hier die UV/VIS-Spektroskopie und die Ultraviolettphotoelektronenspektroskopie (UPS). Eine weitere Anwendung sind Chromatogramme in der DĂŒnnschichtchromatographie. UV-Licht kann zur Gas-Analyse eingesetzt werden zum Beispiel fĂŒr die Gase NO, NO2, H2S, SO2. In der Molekularbiologie wird UV-Licht verwendet, um NukleinsĂ€uren mit Hilfe von Ethidiumbromid sichtbar zu machen. Spezielle Anwendungen ist die Bestimmung der Fettungsdicke. Mit Hilfe von UV-Strahlung lĂ€sst sich die Dicke einer Fettschicht auf den Objekten bestimmen. Weiterhin kann die Zinnseite von Floatglas, welches in der Photovoltaik bei DĂŒnnschicht-Solarzellen eingesetzt wird, ermittelt werden.cite-ref-23[23]

MaterialprĂŒfung

UV-Licht kommt in der MaterialprĂŒfung bei der Inspektion von Glas(scheiben) zum Einsatz. Anhand von Fluoreszenz an Störungen kann man SprĂŒnge oder Fehler in GlasoberflĂ€chen erkennen. Es können QualitĂ€tsprĂŒfungen ausgefĂŒhrt werden wie beispielsweise die QualitĂ€tsprĂŒfung von ÖlschlĂ€uchen. Aufgrund der unterschiedlichen spektralen Kennlinien von Wasser und Öl im UV-Bereich kann Öl von Wasser unterschieden werden. Das kann beispielsweise zum AufspĂŒren defekter ÖlschlĂ€uche verwendet werden. GemĂ€ĂŸ dem gleichen Prinzip lĂ€sst sich Öl in Wasser detektieren. Die Bahn nutzt UV-Licht zur Inspektion von Oberleitungs- und Hochspannungsanlagen, da es bei defekten Isolatoren oder angerissenen Kabeln zu sogenannten Koronaentladungen kommt. Dabei wird an den defekten hochspannungsfĂŒhrenden Komponenten UV-Strahlung emittiert. Diese kann von Spezialkameras erfasst werden. Viele Materialien sind einer bestĂ€ndigen UV-Belastung ausgesetzt. Mithilfe moderner Testsysteme ist möglich, die natĂŒrliche UV-Einstrahlung so zu verstĂ€rken, dass innerhalb von 12 Monaten 63 Jahre natĂŒrlicher UV-Einstrahlung simuliert werden.cite-ref-24[24] Bei der PrĂŒfung von dĂŒnnen Metallen (zum Beispiel im Flugzeugbau) werden diese mit UV-Licht durchleuchtet; mit Hilfe spezieller UV-empfindlicher Filme wird dabei ĂŒberprĂŒft, ob Haarrisse im Metall vorhanden sind.

AushÀrtung (Vernetzung) von Polymeren

Intensive UV-Strahlung wird in der Industrie fĂŒr die AushĂ€rtung spezieller Materialien verwendet. Zu nennen sind hier spezielle, lösemittelfreie, UV-empfindliche Druckfarben, vor allem beim Offsetdruck. Es gibt UV-hĂ€rtbare Materialien wie Lacke, strahlenhĂ€rtender Klebstoffe, AushĂ€rtung von BrillenglĂ€sern, lichthĂ€rtende Kunststoffe fĂŒr das Modellieren kĂŒnstlicher FingernĂ€gel und UV-hĂ€rtbare Materialien fĂŒr die Zahnheilkunde. Ein weiterer Einsatz ist die Scheibenreparatur des Verbundglases bei Automobilen.

Herstellung elektronischer Bauteile

In der Elektronik wird UV-Strahlung vor allem bei der Herstellung von mikroelektronischen Bauelementen und Schaltkreisen sowie entsprechenden GerĂ€ten eingesetzt. So erfolgt beispielsweise die Herstellung von Leiterbahnen auf Leiterplatten durch eine Belichtung einer lichtempfindlichen Schicht auf den Leiterplatten mit einer Quecksilberdampflampe. Dabei wird durch die UV-Strahlung eine fotochemische Reaktion im Fotolack ausgelöst. Das gleiche Prinzip wird auch bei der Herstellung integrierter Schaltkreise (Waferbelichtung) angewendet, vgl. Fotolithografie (Halbleitertechnik). Hierbei kamen frĂŒher ebenfalls Quecksilberdampflampen – vor allem die g-Linie (434 nm) und die i-Linie (365 nm) – zum Einsatz. SpĂ€ter KrF- und ArF-Excimerlaser (248 nm und 193 nm). Der Trend, immer kĂŒrzere WellenlĂ€ngen zu nutzen, ist dabei der fortwĂ€hrenden Skalierung der Transistorstrukturen geschuldet.

Neben dem Einsatz in der Herstellung wird in der Elektronik UV-Strahlung auch fĂŒr weitere Anwendungen genutzt. Ein Beispiel ist das Löschen von EPROM-Speicher mit einer Quecksilberdampflampe (253,7 nm). Hierbei bewirkt die UV-Strahlung eine Freisetzung von LadungstrĂ€gern im Floating-Gate aus Polysilizium, die freiwerdenden Elektronen haben genug Energie, um die Potentialbarriere des Siliziumdioxid-Dielektrikums zu ĂŒberwinden und abzufließen.

Biologische Modifikationen

Desinfektion und Virusinaktivierung

Ultraviolette Strahlung wird zur Behandlung von Wasser, Luft und OberflĂ€chen eingesetzt. Aufgrund der Geschwindigkeit der Reaktion – Mikroben werden bei ausreichender Dosis innerhalb von Bruchteilen einer Sekunde inaktiviert – können UV-Strahler nicht nur zur Desinfektion von OberflĂ€chen, sondern auch zur Desinfektion von Wasser, Luft oder sogar in KlimakanĂ€len gefĂŒhrten Luftströmen eingesetzt werden. Vor der Entwicklung von Laminar-Strömungs-Anlagen fĂŒr ReinrĂ€ume sowie dem heute ĂŒblichen und massiven Einsatz von Desinfektionsmitteln waren daher in KrankenhĂ€usern im Dauerbetrieb arbeitende schwache Ultraviolettstrahler ĂŒblich, um die Keimzahl gering zu halten. Die zunehmende Antibiotika-Resistenz krankenhausspezifischer Keime könnte dabei in naher Zukunft zu einer Wiederkehr der altbekannten Technik fĂŒhren, da sich bei der UV-Desinfektion keine mutationsbedingten Resistenzen entwickeln können.

Eine heute bereits recht verbreitete Methode ist die Trinkwasseraufbereitung mit UV-Strahlung. Dabei wird die Keimzahl im Wasser zuverlĂ€ssig und in AbhĂ€ngigkeit zur Dosis stark reduziert. Eine Zugabe von Chemikalien ist grundsĂ€tzlich nicht erforderlich. Gerade chlorresistente Krankheitserreger, wie Kryptosporidien, können mit UV-Strahlung inaktiviert werden. Geschmack, Geruch oder der pH-Wert des Mediums werden nicht beeinflusst. Das ist ein wesentlicher Unterschied zur chemischen Behandlung von Trink- oder Prozesswasser. Im Heimbereich werden entsprechende GerĂ€te auch als „UV-Filter“ bezeichnet.

Zunehmend wird die UV-Desinfektion auch fĂŒr die Behandlung von gereinigtem Abwasser eingesetzt, etwa aus hygienischen GrĂŒnden bei Einleitung in ein BadegewĂ€sser als Vorfluter oder fĂŒr die Wasserwiederverwendung (z. B. als Prozesswasser, Betriebswasser oder fĂŒr BewĂ€sserung). Aus wirtschaftlichen GrĂŒnden zur Erhöhung der Standzeit und des Wirkungsgrads der UV-Strahlungsquellen wird durch eine vorherige weitestgehende Schweb- und Feststoffentfernung die TrĂŒbung reduziert.cite-ref-25[25] Auch bei der Badewasseraufbereitung kommt UV-Strahlung zum Einsatz.cite-ref-26[26]

Ferner wird UV-Strahlung in Form von UV-C KlÀrern in der Aquaristik eingesetzt, um das Wasser klar und keimarm zu halten. Dies reduziert die Gefahr von Ansteckung oder Ausbreitung von Krankheiten, was auch von Vorteil bei der Haltung von Tieren in QuarantÀne ist.cite-ref-27[27]

Im Allgemeinen kommen bei der UV-Desinfektion Niederdruck-Quecksilberdampflampen zum Einsatz (ggf. auch Mitteldruckstrahler), welche Strahlung der WellenlĂ€nge 254 nm emittieren. KĂŒrzere WellenlĂ€ngen (kleiner 200 nm) können alle in Wasser befindlichen organischen Stoffe (TOC) zerlegen und werden zur Herstellung hochreinen Wassers benutzt.

Bei SODIS wird lÀnger einwirkende UV-A-Strahlung der Sonne zusammen mit der WÀrme zur einfachen Wasserentkeimung auf Haushaltsebene in EntwicklungslÀndern genutzt.

Neben der Mikroben-Desinfektion wird UV-Strahlung mit einer WellenlÀnge von 254 nm auch zur Virusinaktivierung eingesetzt. Dabei wird ausgenutzt, dass die 254-nm-Strahlung bevorzugt auf die VirusnukleinsÀure und weniger auf die Proteine wirkt. Dagegen wirkt Strahlung der WellenlÀnge 235 nm auch stark zerstörend auf Proteine.cite-ref-28[28]

Im Zuge der COVID-19-Pandemie wurde eine Technik in der Praxis erprobt, die Bakterien, Schimmelpilze und Viren auf Rolltreppen-HandlĂ€ufen durch UV-Strahlung unschĂ€dlich machen soll.cite-ref-29[29]cite-ref-30[30] Als problematisch erweist sich hierbei allerdings die Alterung von Kunststoffen durch die eingesetzte UV-Strahlung.cite-ref-31[31] Zur Sterilisation der Raumluft, insbesondere in Kitas und Schulen, wurden gelegentlich auch mobile Luftreiniger auf Basis von UV-C-Strahlung, als Alternative zu stationĂ€ren Luftreinigern, fĂŒr RĂ€ume mit eingeschrĂ€nkter LĂŒftungsmöglichkeit empfohlen.cite-ref-32[32]cite-ref-33[33]

Weitere Anwendungen

Überdies wird UV-Strahlung zu medizinischen und kosmetischen Zwecken eingesetzt. So wirkt vor allem UV-A-Strahlung auf die Pigmentation (Melaninbildung) der menschlichen Haut, was im Wellness-Bereich zur BrĂ€unung der Haut in einem Solarium angewendet wird. Therapeutisch kann UV-B-Strahlung (bei geeigneter Dosierung) zur Anregung der Vitamin-D-Bildung oder des Zentralnervensystems eingesetzt werden.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts setzte Oskar Bernhard (1861–1939) Sonnenlicht zur Behandlung der „chirurgischen“ Tuberkulose ein.cite-ref-34[34]

In der Chemie wird UV-Strahlung bei der Synthese und der Zersetzung unterschiedlicher Stoffe eingesetzt. Ein Beispiel aus der Photochemie ist die von Synthese von Vitamin D2 und D3. Beispiel fĂŒr die Zersetzung von Stoffen sind die chlorfreie Bleichung von Zellstoff und der Abbau von Chloraminen bei der Wasseraufbereitung im Schwimmbad. Hierbei wird UV-Licht der WellenlĂ€nge 185 nm verwendet.

Die Ultraviolettbestrahlung von Milch (Ulviolmilch) wurde einerseits zur Keimfreimachung und andererseits auch zur Anreicherung von Vitamin D durchgefĂŒhrt.cite-ref-35[35]

Lockmittel

Pflanzen nutzen bestimmte BlĂŒtenteile (UV-Male), um Insekten anzulocken, die, wie Bienen und Hummeln, UV-Strahlung wahrnehmen können. Die UV-Male der BlĂŒten entstehen durch unterschiedliche ReflektivitĂ€t fĂŒr ultraviolettes Licht bestimmter BlĂŒtenteile, beispielsweise der Innen- und Außenseite. Dadurch finden Bienen auch bei im sichtbaren Bereich einfarbig aussehenden BlĂŒten das Zentrum. Bei komplizierteren BlĂŒtenformen oder schwerer auszubeutenden BlĂŒten kann der Weg zur Nahrungsquelle durch UV-Licht absorbierende Saftmale markiert sein.

Straßenlampen mit hohem Blau- und Ultraviolettanteil (Quecksilberdampflampen) locken Insekten an und beeinflussen das biologische Gleichgewicht. Von umherfliegenden Insekten werden FledermĂ€use angelockt und sie können dadurch im Straßenverkehr verunglĂŒcken. Die Beeinflussung des Verhaltens durch UV-Licht wird auch in Lichtfallen fĂŒr den Insektenfang, in denen UV-reiche Lichtquellen eingesetzt werden, ausgenutzt. Sie werden zur SchĂ€dlingsbekĂ€mpfung und zur ZĂ€hlung/Artbestimmung in der Forschung eingesetzt.

UV-Strahlung am Arbeitsplatz

Treten UV-Strahlungsexpositionen an ArbeitsplĂ€tzen auf, mĂŒssen geeignete Schutzmaßnahmen ergriffen werden, um SchĂ€digungen der Augen oder der Haut zu vermeiden. Beispiele hierfĂŒr sind UV-Strahlung absorbierende Fenster von Fahrzeugen, Unterstellmöglichkeiten wie Sonnenschirme oder eine Verlegung der Arbeitszeit zu frĂŒheren oder spĂ€teren Stunden.cite-ref-36[36] Kann die Exposition nicht vermieden werden, und ist von Interesse, wie hoch die Belastung wĂ€hrend einer bestimmten TĂ€tigkeit ist, so kann mittels geeigneter Datenlogger die Höhe der Exposition aufgenommen werden. Ziel ist der Informationsgewinn ĂŒber die Belastung, um geeignete Arbeitsschutzmaßnahmen treffen zu können sowie eine mögliche Korrelation mit Krebserkrankungen feststellen zu können.cite-ref-37[37] Um eine komplette Übersicht zur Belastung der Bevölkerung durch die UV-Strahlung der Sonne zu erstellen und eine umfassende PrĂ€vention zu erreichen, finden weiterhin gezielte Messungen der UV-Belastung bei verschiedenen FreizeitaktivitĂ€ten statt.cite-ref-38[38]

Literatur

‱ Adolf Eduard Herbert Meyer, Ernst Otto Seitz: Ultraviolette Strahlen, ihre Erzeugung, Messung und Anwendung in Medizin, Biologie und Technik, Walter de Gruyter & Co., Berlin 1942.

Weblinks

Commons

: Ultraviolettstrahlung

– Sammlung von Bildern

‱ Literatur von und ĂŒber Ultraviolettstrahlung im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
‱ Vergleichstabelle der wichtigsten Unterschiede von UV-LEDs, UV-Quecksilberdampflampen & UV-Kaltkathodenröhren

Einzelnachweise

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